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Ratgeber · Recruiting

Social-Media-Recruiting: So erreichst du Fachkräfte, die gar nicht suchen.

Gute Leute haben meist schon einen Job und lesen keine Stellenanzeigen. Hier steht, wie du sie am Handy erreichst, was die Plattformen dabei vorschreiben und woran du den Erfolg wirklich misst.

Kevin TorkelGründer von pottscale · Stand 05.11.2026 · 4 Min. Lesezeit
Recruiting-Anzeige am Handy und eingegangene Bewerbung, Beispielansicht
Kurz gesagt

Beim Social-Media-Recruiting zeigst du deine Stelle Menschen, die nicht aktiv suchen, per Anzeige am Handy. Es funktioniert, wenn Beruf und Region in Text und Bild stehen, echte Kollegen zu sehen sind, die Bewerbung ohne Anschreiben geht und du schnell antwortest. Bei Meta laufen Stellenanzeigen als Sonderkategorie, die Steuerung nach Alter, Geschlecht und Postleitzahl fällt dann weg.

Warum Stellenanzeigen allein oft nicht mehr reichen

Die Jobbörse erreicht Menschen, die gerade suchen. Viele gute Fachkräfte tun das nicht. Sie haben einen Job und sind vielleicht nicht unzufrieden, würden sich aber etwas anhören, wenn es gut klingt. Bei denen musst du Interesse wecken, statt auf eine Bewerbung zu warten.

Das ändert die Aufgabe. Eine Stellenanzeige antwortet auf eine Suche. Eine Recruiting-Anzeige unterbricht jemanden beim Scrollen und muss in zwei Sekunden zeigen: Das betrifft dich, und es könnte sich lohnen.

Was Meta bei Stellenanzeigen vorschreibt

Stellenanzeigen müssen bei Meta auch in Deutschland als Sonderkategorie „Beschäftigung“ angelegt werden, sonst droht die Ablehnung. Alter, Geschlecht und Postleitzahlen fallen dann als Steuerung weg. Das klingt nach einem Nachteil, ändert aber vor allem, wo du zielst: Der Text übernimmt das Targeting. Wer „Elektroniker in Mülheim und Umgebung“ in die erste Zeile schreibt, spricht die Richtigen an, ganz ohne Einstellung im Werbekonto.

Formulier deine Stelle dabei geschlechtsneutral und schreib niemandem persönliche Merkmale zu. Meta prüft auch die Zielseite. Rechtliche Details wie die Aufbewahrung von Bewerberdaten klärst du am besten vorab mit deinem Datenschutzbeauftragten oder Anwalt.

So baust du es auf

  1. Eine Stelle, eine AussageNenn Beruf und Region im ersten Satz. Wirb je Anzeige für eine Stelle. „Wir suchen Verstärkung“ spricht niemanden an.
  2. Sag, was sich für den Bewerber ändertFrag dein Team, warum es bei dir bleibt, und nimm genau diese Worte: feste Touren, pünktlich Feierabend, ein Chef, der zuhört. Schreib nur, was wirklich stimmt, auch beim Gehalt.
  3. Zeig echte KollegenEin kurzes Video aus dem Alltag oder ein ehrliches Foto. Stockbilder fallen sofort auf. Die Kollegen müssen damit einverstanden sein.
  4. Mach die Bewerbung so leicht wie eine NachrichtEine Seite je Stelle, ein paar Einblicke und vier kurze Fragen, ohne Anschreiben und Lebenslauf. Das Formular muss am Handy funktionieren, denn dort sind die Leute.
  5. Antworte schnellWer abends auf eine Anzeige reagiert, hat übermorgen vielleicht schon wieder andere Pläne. Leg vorher fest, wer die Bewerbung bekommt und wer wann zurückruft. Nach unserer Erfahrung ist das oft der schwächste Schritt.
  6. Halte die Anzeigen frischRegional ist die Zielgruppe klein. Dieselbe Anzeige ist schnell durchgesehen. Plane neue Motive von Anfang an ein.

Woran du den Erfolg misst

Klicks und Likes sagen hier fast nichts. Führ eine Tabelle mit den Schritten bis zur Einstellung, dann siehst du sofort, wo es hakt:

SchrittWenn es hier hakt, prüf …
Anzeige → KlickBeruf und Region in Zeile eins? Echtes Motiv?
Klick → BewerbungSeite am Handy? Zu viele Fragen? Schrittzähler auswerten.
Bewerbung → GesprächWie schnell antwortest du? Passen die Vorfragen?
Gespräch → EinstellungHält der Betrieb, was die Anzeige verspricht? Gehalt und Rahmen früh klären?

Die Kennzahl, die am Ende zählt, sind die Kosten je Einstellung, und nicht die Kosten je Bewerbung. Zehn günstige Bewerbungen ohne Gespräch sind teurer als zwei passende.

Aus der Praxis

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Vertriebler haben wir für Easy Immo Invest gewonnen. Dazu steuern wir dort die Meta-Kampagnen, die Anmeldeseiten und das Nachfassen. Mehr zum Mandat.

Häufige Fragen

Welche Plattform ist die richtige?

Wir starten meist mit Facebook und Instagram, weil beides über ein Werbekonto läuft. TikTok oder LinkedIn können je nach Beruf passen. Entscheidend ist, wo deine Zielgruppe abends am Handy ist, das zeigt am Ende der Test.

Was kostet Social-Media-Recruiting?

Das hängt von Beruf, Region und Budget ab. Rechne deshalb andersherum: Was kostet dich die offene Stelle jeden Monat? Das zeigt der Rechner auf unserer talentscale-Seite.

Brauche ich ein Video?

Es muss nicht aufwendig sein. Eine kurze Handy-Aufnahme aus dem echten Alltag ist oft glaubwürdiger als ein Imagefilm. Wichtig sind Untertitel, weil viele ohne Ton schauen.

Ist ein Anschreiben noch nötig?

Für den ersten Schritt nicht. Wer gerade nicht aktiv sucht, schreibt abends am Handy keinen Lebenslauf. Frag zuerst das Nötigste ab und klär den Rest im Gespräch.

Sehen meine Mitarbeiter die Anzeige?

Ja, das lässt sich kaum vermeiden. Sag deinem Team also vorher Bescheid, besser noch: Bezieh es ein. Echte Kollegen in der Anzeige sind das beste Motiv.

Frage 1 von 4

Welche Stelle willst du zuerst besetzen?

Kostenlos und unverbindlich. Dauert keine Minute. Deine Antworten nutzen wir nur zur Vorbereitung.

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