Sucht dein Kunde bereits aktiv nach deiner Leistung, sind Google Ads und dein Google-Unternehmensprofil meist der schnellste Weg. Musst du Interesse erst wecken, passt Meta. SEO baut langfristig auf, Empfehlungen kosten kaum etwas, lassen sich aber schwer steuern. Bevor du einen neuen Kanal startest, prüf, ob deine Seite und deine Nachverfolgung die Anfragen auch halten.
Erst die vier Zahlen, dann der Kanal
Wer zu wenig Kunden hat, sucht oft sofort einen neuen Kanal. Dabei liegt das Problem manchmal zwei Schritte weiter. Dein Umsatz aus Marketing hängt an vier Zahlen, und meistens ist eine davon der Engpass:
| Zahl | Frage | Wenn sie schwach ist |
|---|---|---|
| Besucher | Wie viele sehen dein Angebot? | Kanal und Sichtbarkeit |
| Anfragequote | Wie viele davon fragen an? | Seite, Formular, Angebot |
| Abschlussquote | Wie viele Anfragen werden zum Auftrag? | Reaktionszeit, Nachfassen, Passung |
| Auftragswert | Was bringt ein Auftrag? | Angebot, Preis, Zielkunden |
Ein Rechenbeispiel: Bei 1.000 Besuchern, 1 % Anfragequote, 30 % Abschlussquote und 900 € Auftragswert kommen 2.700 € zusammen. Verdoppelst du die Anfragequote auf 2 %, sind es 5.400 €, ohne einen einzigen zusätzlichen Besucher. Ein neuer Kanal würde dieselbe schwache Quote nur teurer machen.
Die fünf Kanäle im Vergleich
| Kanal | Passt, wenn … | Tempo | Kosten |
|---|---|---|---|
| Google Ads | Kunden aktiv nach deiner Leistung suchen | schnell | je Klick, solange es läuft |
| Google Maps | du für einen Umkreis arbeitest | mittel | Profil kostenlos, Pflege braucht Zeit |
| SEO | dauerhaft gesucht wird und du aufbauen willst | langsam | Inhalte und Technik, keine Klickkosten |
| Meta Ads | du Interesse wecken oder erklären musst | schnell | Budget plus laufend neue Motive |
| Empfehlungen | deine Kunden zufrieden sind | schwer planbar | gering, braucht einen festen Ablauf |
Die wichtigste Unterscheidung: Google fängt Nachfrage ein, Meta erzeugt sie. Daraus folgen unterschiedliche Texte. Bei Google erwartet der Suchende eine Antwort auf seine Frage. Bei Meta musst du ihn erst darauf bringen, dass er ein Problem hat, das du lösen kannst. Wer denselben Text in beide Kanäle schiebt, verschenkt beide.
Verlass dich außerdem nicht nur auf eine Plattform. Regeln und Preise ändern sich dort. Halte deshalb deine Website und deine Kundenliste in eigener Hand.
Eine sinnvolle Reihenfolge
- Messung einrichtenWoher kam die letzte Anfrage? Wenn du das nicht weißt, fang hier an. Eine einfache Liste mit Datum, Quelle und Ergebnis reicht für den Anfang.
- Die Zielseite prüfenVersteht ein Fremder in Sekunden, was du anbietest und was er tun soll? Kommt eine Testanfrage wirklich an? Dazu unser Artikel zur Landingpage.
- Die Nachverfolgung klärenWer antwortet, und wie schnell? Eine bezahlte Anfrage, die erst nach einer Woche beantwortet wird, ist verschenktes Geld.
- Kostenlose Hebel nutzenGoogle-Unternehmensprofil pflegen, Bewertungen einholen, zufriedene Kunden nach Empfehlungen fragen.
- Einen bezahlten Kanal startenEinen, nicht drei. Lass ihn lange genug laufen, um zu lernen: bei Google rechnen wir mit 30 bis 60 Tagen.
- Erst dann ausbauenLäuft der erste Kanal und rechnet er sich, kommt der zweite dazu. Parallel baust du SEO auf.
Finger weg von zwei Abkürzungen
Kalt-Mails. Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist in Deutschland nach § 7 UWG grundsätzlich unzulässig, auch gegenüber Firmen. Eine freundliche Formulierung oder ein Abmeldelink helfen nicht. Das kann eine teure Abmahnung auslösen. Wir machen das nicht, weder für uns noch für Kunden.
Garantierte Platzierungen. Über Rankings entscheidet Google. Wer dir eine bestimmte Position fest zusagt, verspricht etwas, das nicht in seiner Hand liegt. Frag lieber nach echten Fällen und danach, wie gemessen wird.
Was möglich ist, an echten Fällen
Jeder dieser Fälle hatte einen anderen Engpass:
Anfragen über die Website im Monat bei sonne.nrw, mit Branding und SEO.
Anfragen im Monat bei Elektro Ecke, in 4 Wochen und bei gleichem Budget, mit Google Ads, Landingpage und Funnel.
Kosten je Lead bei einem Bildungsanbieter, Mai bis Oktober 2026, bei 3,7-fachem Budget und 5,8-mal so vielen Leads mit Meta Ads.
Impressionen bei Google im Monat bei Patriot Military Automobiles, Mai bis Oktober 2026, mit Google Ads und SEO.
Häufige Fragen
Mit welchem Kanal soll ich anfangen?
Wenn deine Kunden aktiv nach deiner Leistung suchen, meist mit dem Google-Unternehmensprofil und Google Ads. Das eine ist kostenlos, das andere bringt schnell Daten. Muss deine Leistung erst erklärt werden, passt Meta oft besser. Vorher sollten Seite und Messung stehen.
Wie lange dauert SEO?
Länger als Anzeigen, und seriös versprechen lässt sich kein Zeitraum. Dafür bleibt die Sichtbarkeit, wenn du nichts mehr dafür bezahlst. Am besten läuft SEO deshalb neben einem Kanal, der sofort Daten liefert.
Darf ich potenzielle Kunden per E-Mail anschreiben?
Werbung per E-Mail braucht in Deutschland grundsätzlich die vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch gegenüber Firmen (§ 7 UWG). Eine freundliche Formulierung oder ein Abmeldelink ändern daran nichts. Wir raten davon ab. Im Einzelfall frag einen Anwalt.
Brauche ich eine Agentur?
Nicht zwingend. Wenn du Zeit hast, kannst du viel selbst machen, besonders beim Profil. Eine Agentur lohnt sich, wenn dir die Zeit fehlt, mehrere Kanäle zusammenspielen sollen oder das Budget so hoch ist, dass Fehler teuer werden.
Wie viel Marketingbudget ist richtig?
Dafür gibt es keine Formel, die für jeden Betrieb stimmt. Rechne von deinem Auftrag aus: Was darf ein neuer Kunde kosten? Wie das geht, steht im Artikel zu den Google-Ads-Kosten.





